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Гайслер Вилли
wolgadeutscheДата: Вторник, 19.01.2016, 11:30 | Сообщение # 1
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Вилли Гайслер, автор стихотворения "Трудармейские часы", – из тех, кто шел вне очереди. Молодой сотрудник газеты, непривычный к тяжелому физическому труду, вскоре после доставки в лагерь был переведен с общих работ в дневальные по бараку. Это его не спасло. Весенний мор 42-го, тысячами "косивший" трудармейцев в лагерях под Котласом, унес и его жизнь. Мой отец, знавший Вилли еще по Палласовке [кантонный центр на юго-востоке АССР немцев Поволжья – ред.], навещал его почти каждый день. В последний визит казалось, что дело пошло на поправку. Увы, через день опознать его тело в горе трупов было уже невозможно. Знакомый санитар передал несколько личных вещей и среди них – картонку со стихами. Очевидно, это был не единственный экземпляр, 18 сентября 1989 г., в свой день рождения, отец получил "подарок" из прошлого – то самое стихотворение, напечатанное в "Нойес Лебен".

Вилли Гайслер не был "советским" немцем. Он приехал в СССР из Чехословакии в 1933 году. Его мать, инициатор переезда, потеряла в трудармии и сына, и мужа. С учетом своего слабого здоровья Вилли был уверен, что в трудармию его не возьмут: "Сначала заберут всех воробьев с окрестных крыш". Мой дядя Рейнгольд Бернгардт, не попавший в трудармию по возрасту, хорошо это помнит. Не забыл он и четверостишье моего отца в письме с известием о смерти Вилли и еще одного земляка из Палласовки, известного своим богатырским телосложением:

Der stärkste Riese
Und der schwächste Zwerg
Liegen beide
Auf einem Berg.

Так вот, в этой новой жизни у каждого из нас своя, порой далеко уже не "немецкая" судьба. Но кем и где бы мы ни были, нам нет прощения, если мы не будем помнить о тех, кто остался там, в тех страшных годах "не жизни", помнить о том, что "мясорубка", в которой мы уцелели, была одна на всех – изуверская политика коммунистического режима Советского Союза в отношении своих собственных граждан немецкой национальности. Одна на всех...

                                Эдуард Бернгардт, "Штрихи к судьбе народа"
 
wolgadeutscheДата: Вторник, 19.01.2016, 11:30 | Сообщение # 2
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Willi Geissler

Trudarmee-Stunden

Der Nebel rieselt dünnen Schnee,
Der Himmel atmet dunkle Trauer.
Es steigt zur neuen Mittagshöh
Ein Tag in endlos langer Dauer,
Und in des Herzens tiefstem Grunde
Nähert Wehmut schon die erste Stunde.

Die Schollen fallen weiß schwer,
Und sie begleiten die Gedanken.
Es ziehen diese kreuz und quer
Der Nebel rieselt dünnen Schnee,
Der Himmel atmet dunkle Trauer.

Es steigt zur neuen Mittagshöh
Ein Tag in endlos langer Dauer,
Und in des Herzens tiefstem Grunde
Nährt Wehmut schon die erste Stunde.
Die Schollen fallen weiß und schwer,
Und sie begleiten die Gedanken.
Es ziehen diese kreuz und quer
Und überbrücken alle Schranken.
Ihr Flug macht eine weite Runde
Im trägen Strom der zweiten Stunde.

Der Sonne kalte Scheibe blinkt
Durch graue trübe Wolkenschleier,
Kein Strahl der Hoffnung aber dringt
Ins Herz und schürt des Lebens Feuer.
“Ist alles wider uns im Bunde?“ -
So fragst du still zur dritten Stunde.

Ein dumpfer Schmerz bohrt im Gehirn,
Wie mit des Messers scharfer Klinge,
Und ein Gedanke furcht die Stirn:
Wenn nur der Tag zu Ende ginge!
Schon wird zur Qual das Wandeln der Sekunde
Und du verwünschst des Tages vierte Stunde.

Die Zeit ist schreckenhaft geworden,
Ihr öder Lauf zerbricht den Willen,
Denn nichts vermag im Hohen Norden
Das Herz mit neuem Mut zu füllen.
Und stecken bleibt in deinem Munde
Der Schmerzensschrei der fünften Stunde.

Was steigt da lobend rot empor?
Mit müdem Blick streifst du die Flamme.
Bringt sie auch züngelnd Glut hervor,
Bricht doch das Herz wie Eis zusammen.
Du wähnst dich schon im Höllenschlunde
Zu dieser sechsten Arbeitsstunde.

Das Eisen frißt mit scharfem Zahn,
Doch höhnend lacht die kalte Erde.
So muß des Menschen Kraft heran,
Damit ihr Trotz gebrochen werde.
Da löst sich wohl von aller Munde
Ein harter Fluch zu dieser Stunde.

Und bist du so durchwühlt von Schmerz,
Zieht die Erinn‘rung in die Ferne,
Die Sehnsucht wandelt heimatwärts
Und weilt dort lange, weilt dort gerne.
Du fühlst dich in der Freunde Bunde,
Und Träume spinnt die achte Stunde.

Indessen dumpf die Erde stöhnt,
Sprichst du mit wechselnden Gestalten.
Hat dich das Schicksal auch verhöhnt,
Willst du doch fest die Träume halten.
Doch ach, in flüchtiger Sekunde
Verweht der Spuk der neunten Stunde.

Ein kalter Wind springt jählings auf
Und peitscht den Schnee in feinen Flocken.
So wirbelt er im Sturm zu Hauff
Und bringt die Arbeit jäh zum Stocken.
So mehrt die Qual in weißverhüllter Runde
Mit scharfem Frost des Tages zehnte Stunde.

Der Schnee brennt wie der Wüstensand,
Du fühlst die Glieder schon erkalten,
Und kaum vermag die starre Hand
Das schwere Eisen noch zu halten,
Und immer tiefer frißt die Wunde,
Daß du dich bäumst zur elften Stunde.

Doch nichts gibt‘s, was da ewig wär,
Und alles muß ein Ende finden.
Ist unser Leben noch so schwer,
Die Hoffnung wird doch immer zünden.
Und horch: Es tönt durch aller Munde,
Es schlägt der Mühe zwölfte Stunde.

“Neues Leben“, Nr. 38, September 1989
 
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